Stuttgart, St. Fidelis, III/44 – Opus 380

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Eine lebendige Gemeinde beschließt einen Orgelneubau...

Stuttgart St. Fidelis, Orgelneubau 2005 (Erweiterung 2019)

Eine Situation, von der Organisten und Orgelbauer träumen: eine lebendige Gemeinde beschließt, angesichts des desolaten Zustandes ihrer Orgel Grundlegendes zu unternehmen. Einige begeisterte Gemeindemitglieder nehmen sich mit Tatkraft der Sache an und führen eine Entscheidung für einen vollständigen Orgelneubau herbei. Auf vorhandene Pfeifenbestände zweifelhafter Qualität braucht also keine Rücksicht genommen zu werden. Die verhältnismäßig neutrale Architektur der Kirche legt keinen spezifischen Stil für das neue Instrument nahe. Es gibt kein Standortproblem, die vorhandene Orgelnische erlegt auch kaum räumliche Beschränkungen auf (nun ja: etwas mehr Platz dürfte es fast immer sein…). Der Fantasie der Planer sind also keine Grenzen gesetzt. Scheinbar. Der gegenwärtige stilistische Pluralismus im Orgelbau führt leicht zu Entscheidungen, die von persönlichen Vorlieben einzelner Personen, seien es Organisten vor Ort, Orgelliebhaber, auch Orgelsachverständige, oder vom Blick auf stilistische Marktlücken innerhalb einer regionalen Orgellandschaft bestimmt sind. Bei einer Kirche, die Amtssitz des Dekanatskirchenmusikers in einer Großstadt ist, gilt es dagegen besonnener zu verfahren. Die Anforderungen der kirchenmusikalischen Situation sind die primären Vorgaben: die Orgel muss anspruchsvolles liturgisches und künstlerisches Orgelspiel mit möglichst großer stilistischer Breite erlauben, sie muss sich darüber hinaus zur Begleitung von ambitionierter Chormusik eignen. Diese funktionalen Vorgaben führten hier in Verbindung mit der angenehm halligen Akustik der Kirche und ihrer frühmodernen Architektur zu einer Orgelkonzeption, die im Kern der französischen Symphonik nahe steht, der für die katholische Orgelmusik des 19. und (zumindest frühen) 20. Jahrhunderts wohl wichtigsten Stilrichtung, aber auch deutsch-romantische Elemente enthält…

Es wird sich zeigen, dass die neue Orgel in St. Fidelis im Verhältnis zu ihrer Registerzahl eine maximale klangliche Vielfalt bietet, verbunden mit subtilster dynamischer Flexibilität besonders dank der Platzierung zweier Manualwerke in Schwellkästen. Im Vergleich mit den letzten beiden neuen Orgeln ähnlicher Größe, welche in katholischen Kirchen Stuttgarts (St. Georg und St. Eberhard) erbaut wurden, wird die Entwicklung des Orgelbaues der letzten 25 Jahre hinsichtlich dieser beiden Parameter ablesbar werden. Die neue Orgel in St. Fidelis wird dem Musikleben der Gemeinde und der Orgelkultur der ganzen Stadt markante Impulse geben. Den Orgelbauern sei für ihre hervorragende Arbeit, den Verantwortlichen in Orgelbauausschuss und Kirchengemeinderat für den beharrlichen und engagierten Einsatz für die Realisierung dieses ehrgeizigen und anspruchsvollen Projektes ganz herzlich gedankt.

Auszug aus der Klanggestalt von Prof.DR.Ludger Lohmann (Orgelsachverständiger für die Diözese Rottenburg-Stuttgart)

 
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DISPOSITION

I. Manual – Hauptwerk C-a‘‘‘

  1. Praestant 16’
  2. Principal 8’
  3. Rohrgedackt 8‘
  4. Viola da Gamba 8‘
  5. Octave 4‘
  6. Blockfloete 4‘
  7. Quinte 2 2/3‘
  8. Superoctave 2‘
  9. Mixtur 5f. 2‘
10. Cornet 5f. 8‘
11. Bombarde 16‘
12. Trompete 8‘
13. Clairon 4‘

II. Manual – Positiv schwellbar C-a‘‘‘

14. Principal 8‘
15. Gedacktfloete 8‘
16. Salicional 8‘
17. Octave 4‘
18. Holzfloete 4‘
19. Nasat 2 2/3‘
20. Doublette 2‘
21. Terz 1 3/5‘
22. Sifflet 1‘
23. Scharfmixtur 4f. 1 1/3‘
24. Englischhorn 16’
25. Schalmei 8’
Tremulant

III. Manual – SW C-a’’’

26. Bourdon 16’
27. Geigenprincipal 8’
28. Flauto amabile 8’
29. Viola 8’
30. Vox coelestis 8’
31. Fugara 4’
32. Querfloete 4’
33. Flageolet 2’
34. Cornetmixtur 4f. 2 2/3’
35. Trompette harm. 8’
36. Oboe 8’
37. Vox humana 8’
Tremulant

Pedal C-f’

38. Principalbass 16’
39. Subbass 16’
40. Octavbass (Flute) 8’
41. Violonbass 8’
42. Choralbass 4’
43. Posaune 16’
44. Trompete 8’

6 Normalkoppeln (mechanisch), als Zug und Piston
5 Oktavkoppeln (elektrisch):
Sub III, Sub III/I , Super III, Super III/I und Super III/Pedal

Spielregister: Kuckuck, Tympanon, Penicillus ½’, Plumbum 2/3’, Pauke, Röhrenglockenspiel, Marimba, Xylodur, Mixturensetzer, Windabschwächung, .

vorbereitet: Cymbelstern, Nachtigall

Crescendotritt (60 Stufen) und 2 Schwelltritte, Zungen ab, Tutti, Rücksteller
Setzer 4000-fach mit div. Sequenzern