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Elektrische Sicherheit

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Erfüllt Ihre Orgel die aktuellen Bestimmungen zu Personen- und Brandschutz?

Seit über 100 Jahren wird in den meisten Orgeln der Wind durch ein ein elektrisches Gebläse erzeugt. Außerdem sind viele Orgeln mit elektrischen Trakturen ganz unterschiedlicher Bauarten ausgestattet. Die Elektrik und Elektronik in Orgeln läuft meist mit „nur“ 12 oder 24 Volt, jedoch mit einer hohen Stromstärke von teilweise über 100 Ampere. Hiervon kann eine Gefahr ausgehen. Diese liegt einerseits in der Gefahr für Personen durch Stromschlag und andererseits in der Gefahr eines Brandes durch Kurzschluss. Glücklicherweise ist in Orgeln in der Vergangenheit sehr wenig passiert. Ausschließen kann man die Gefahr jedoch nur, wenn alle elektrischen Komponenten die aktuellen Bestimmungen gemäß VDE entsprechen.

Es gibt kein Grund zur Panik, aber auch nicht zur Sorglosigkeit.

Die im Laufe von Jahrzehnten entwickelten und eingebauten Lösungen für Kleinspannungsanlagen entsprechen in vielen Fällen nicht mehr den aktuellen Bestimmungen bzgl. des Brand- und Personenschutzes sowie zur Gewährleistung der Funktionssicherheit:

  • fehlende Absicherungen
  • fehlende Trennung im Netzgerät zwischen Primär- und Sekundärseite
  • Alterungsprozesse von Materialien wie bspw. poröse oder zerstörte Mantelungen aus Gewebe oder Kunststoffen für die Kabel
  • nicht abschaltende Schleifenzugmotoren
  • unzureichend dimensionierte Leitungen
  • unsachgemäße Verdrahtungen bis hin zu Basteleien

Lange Jahre war unklar, wie mit bestehenden Anlagen umgegangen werden sollte. Man hörte allerlei Halbwissen zwischen Bestandsschutz, Orgel Stilllegung oder jegliche alte Elektrik durch neue zu ersetzen. Bei den meisten Orgeln ist nichts davon zutreffend und es gibt gute Alternativen.

Seit einigen Jahren ist klar, welche Vorordnungen und Bestimmungen für die Orgel gelten. Der Bund Deutscher Orgelbaumeister (BDO) hat hierzu eine Handreichung herausgegeben.

Nach diesen Vorgaben müssen alle Instrumente mit elektrischen Trakturen überprüft und ein Konzept zur richtigen Absicherung erstellt werden. Dies kann von Orgel zu Orgel stark variieren, da es auf sehr viele Details ankommt. Es gibt leider nicht den einen Weg für alle Orgeln, sondern, wie so oft im Orgelbau, müssen sehr individuelle Lösungen gesucht werden. Wir finden für Sie immer den kostengünstigsten Weg, damit Ihre Orgel die Bestimmungen erfüllt und die Funktionssicherheit maximiert wird.

Auf Wunsch untersuchen wir

alle bestehenden elektrischen Systeme auf Funktionssicherheit und nach den aktuellen Bestimmungen zu Personen- sowie Brandschutz und erarbeiten Konzepte zur Verbesserung und Absicherung. Hier steht Ihnen Johannes D. C. Vleugels als Elektrofachkraft (ffT) mit langjähriger Erfahrung zur Seite und wir arbeiten eng mit allen namhaften Herstellern für Orgel-Elektrik und Elektronik zusammen.

…und nach der Optimierung:

Wer ist wo zuständig?

Um den elektrischen Betrieb von Orgeln zu ermöglichen, werden elektrischen Anlagen mit unterschiedlichen Spannungen betrieben: Große Gebläsemotoren meist mit Dreiphasen-Drehstrom (400 V, früher als Starkstrom bezeichnet), kleine Gebläse- oder Aufzugsmotoren und Beleuchtungsanlagen mit Einphasen-Wechselstrom (230 V) sowie die Steuerungsanlagen für die Trakturen mit sogenannter Kleinspannung (meist 12 V bis 24 V Gleichstrom oder 42 V Drehstrom).

Während Anschluss, Gebrauch und Kontrolle von Netzspannungseinrichtungen (400 V und 230 V) bei Orgeln der Verantwortung einer qualifizierten Elektrofachkraft obliegt, ist für die Kleinspannungsanlage (12 V bis 24 V) die Orgelbaufirma zuständig, die dafür auch die Verkabelung im Spieltisch und im Instrument vornimmt.

 

Was muss überprüft werden?
  • Anschluss, Absicherung und Einschaltung von Gebläse und Netzgeräten durch eine Elektrofachkraft
  • Steckdosen, Beleuchtung und Anbauten wie Heizungen oder Liedanzeiger durch eine Elektrofachkraft
  • Gebläse muss „fingersicher“ sein oder in einem verschlossenen Gehäuse, zu dem nur befugte Personen Zutritt haben
  • Wenn es in der Orgel offene Kontakte im Kleinspannungsbereich gibt (was fast immer der Fall ist), muss das Netzgerät SELV-fähig sein. Dazu muss oft der Gleichrichter ausgetauscht werden.
  • Wie sind die Leitungen in der Orgel dimensioniert und welches Absicherungskonzept eignet am besten?
  • Gibt es Funktionsstörungen und was ist die Ursache dafür?
  • Gehen von einzelnen Klemmstellen Gefahren aus und sollten diese ersetzt werden?
  • Gibt es 42 V Drehstrom und wie kann dafür ein Berührungsschutz geschaffen werden?
  • Lohnt sich aus Kostengründen oder Gründen der Funktionssicherheit die Umstellung auf ein neues System oder kann das vorhandene langfristig weiter betrieben werden?
  • Können brandgefährliche Heizstrahler oder -lüfter durch Infarotheizplatten oder Klaviaturheizungen ersetzt ersetzt werden?