Chemnitz, Schlosskirche, III/48 – Opus 390

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Aristide Cavaillé-Coll ... trifft Vleugels ... trifft Gassmann

Chemnitz Schlosskirche, Orgelneubau 2006 / 2011

Mit der Erstellung der Chemnitzer Schlosskirchenorgel konnten wir ein weiteres Mal beweisen, worin die Stärke unseres Hauses liegt. Es ist die große Vielseitigkeit, die intensive Beschäftigung mit dem aktuellen Projekt und die Konzentration darauf, für spezielle Orgeltypen Höchstleistungen abzurufen.

Die Restauratoren unseres Hauses beschäftigen sich mit Orgeln aus vier Jahrhunderten und allen Traktursystemen. Im Neubaubereich erstellen wir süd- und mitteldeutsch orientierte Barockorgeln, deutsch-romantisch orientierte Instrumente und auch „so genannte“ Universalorgeln.

In der Chemnitzer Schlosskirche entsteht derzeit die erste Orgel in den neuen Bundesländern, die sich am Stile des A. Cavaillé-Coll orientiert. Gleichzeitig dürfte es deutschlandweit das Instrument mit der dichtesten Anlehnung an den Stil Cavaillé-Colls werden, gewiss das erste Instrument in Deutschland mit einem originalen Barker von Cavaillé-Coll.

In der Chemnitzer Orgel findet sich eine Summation weiterer typischer Merkmale wie Appells, Barkeranlage, moteur pneumatique, Winddrucktrennung, Doppelfaltenbälge, Pfeifenmensurierung, Windladenanordnung, gute Zugänglichkeit sowie natürlich eine Disposition und Intonation, die sich streng an den dreimanualigen Instrumenten dieses großartigen französischen Meisters orientiert. Der originale Barker ist dabei sicher eines der Highlights. Auch die beiden Registertraktursysteme einmal im Stile Cavaillé-Colls und zum anderen das moderne System mit Setzern sind außergewöhnlich. Das Wegtauchen der Schaltelemente erinnert dabei durchaus an James Bond Filme.

Ein solch spektakuläres Großprojekt bedarf neben all dem Aufwand, den wir Orgelbauer haben, auch einem gewaltigen Engagement seitens der Kirchengemeinde und Landeskirche. Hierfür möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich danken. So wurde die Ausführung von Anfang an in drei Abschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt mir der Aufstellung des Gehäuses und Spielbarmachung des III. Manuals erfolgte im Jahr 2006. Den vorgesehenen Zeitplan brachte die notwendige Erneuerung der Fußbodenheizung im Kirchenraum etwas durcheinander. Nachdem diese Maßnahme in der ersten Jahreshälfte 2010 abgeschlossen sein wird, erfolgt anschließend die Fertigstellung des II. Manuals und eines weiteren Teiles im Pedal. Auch die geplante moderne Orgelfassung durch den Künstler Jacques Gassmann ist in diesem Zeitfenster vorgesehen.

Danach bleibt – hoffentlich im Jahr 2011 – „nur noch“ der Einbau der Prospektpfeifen und des Hauptwerkes. Danach kann uns dann endgültig die „Kopie“ des berühmten französischen Meisters mit drei Manualen und 48 klingenden Registern vollständig ergreifen.

Im Übrigen sind wir sehr glücklich über die Fügung, dass wir innerhalb dieses Erstellungszeitraumes eine der bedeutendsten Orgeln Spaniens restaurieren durften, nämlich das vollständig erhaltene Werk von A. Cavaillé-Coll aus den Jahren 1883/84 in der Kirche des Franziskaner-Klosters von Madrid (II/26), Restaurierung von 2006 – 2009.

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DISPOSITION

I. Manual- Grand-Orgue C-a“‘

Jeus de fonds

  1. Montre 16′
  2. Montre 8′
  3. Flûte Harmonique 8′
  4. Bourdon 8′
  5. Violoncelle 8′
  6. Praestant 4′
  7. Flûte 4′

Jeux de combinaison

  8. Quinte 2 2/3′
  9. Doublette 2′
10. Fourniture 5r. 2′
11. Bombarde 16′
12. Trompette 8′
13. Clairon 4′

II. Manual – Positif-Expressif (schwellbar) C-a“‘

Jeux de fonds

14. Montre 8′
15. Salicional 8′
16. Bourdon 8′
17. Unda Maris 8′
18. Praestant 4′
19. Flûte Douce 4′

Jeux de combinaison

20. Nasard 2 2/3′
21. Flageolet 2′
22. Tierce 1 3/5′
23. Piccolo 1′
24. Carillon 3r. 2 2/3′
25. Trompette 8′
26. Clarinette 8′
Tremblant

III. Manual – Récit-Expressif (schwellbar) C-a“‘

Jeux de fonds

27. Quintaton 16′
28. Bourdon 8′
29. Flûte Traversière 8′
30. Viole de Gambe 8′
31. Voix Céleste 8′
32. Viole d’Amour 4′
33. Flûte Octaviante 4′
34. Voix Humaine 8′

Jeux de combinaison

35. Octavin 2′
36. Cornet 5r. 8′
37. Trompette harmonique 8′
38. Basson et Hautbois 8′
39. Clairon 4′
Tremblant

Pédale

Jeux de fonds

40. Contrebasse 16′
41. Soubasse 16′
42. Quinte 10 2/3′
43. Violoncelle 8′
44. Basse 8′
45. Flute 4′

Jeux de combinaison

46. Bombarde 16′
47. Trompette 8′
48. Clairon 4′

Mechanische Tontraktur:
Hist. Barker-Maschine für I. Manaul und Manualkoppeln an I. Manual

Elektrische Registertraktur:
a) modern mit Setzer (4000 fach) und Sequenzern
b) französisch mit Jeux de fonds und Jeux de combinaison nach C. Coll

Tirasse/Koppeln:
6 Normalkoppeln
Octave Grave III/I
Octave Grave I

Temperierung gleichstufig mit a = 440 Hz bei 15° C

Spielregister:
Effet d’orage (Donner), Crayon (Bleistift), Carillon (Glockenspiel), E’toile Tournante (Cymbelstern), Rossignol (Nachtigall), Imber (Regen), Timbale (Pauke)

Appels/Anches