Adelsdorf, St. Stephanus, II/25 – Opus 439

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Rest-439-Vleugels-Orgelrestaurierung-Adelsdorf-St-Stephanus-Kirchenraum-mit-Orgel2
Das Original erhalten und rekonstruiert, vereint mit modernster Technik

Adelsdorf St. Stephanus, Orgel von Johannes Strebel 1910, Restaurierung und Erweiterung Vleugels 2018

Mit dem Abschluss der Orgelmaßnahmen im Jahre 2018 erklingt Ihre Strebel-Orgel von 1910 nach nun 108 Jahren wieder wie am 1. Tag – oder besser gesagt, mindestens so gut! Und sie kann heute sogar noch etwas mehr!

Vorgefunden hatten wir einzelne Teile, die von einer guten handwerklichen wie auch künstlerischen Qualität waren. Leider war von dem schlüssigen romantischen  Originalkonzept zuletzt nur noch ein Fragment vorhanden, denn zahlreiche Eingriffe haben dem Instrument sehr geschadet, ja es teilweise entstellt. Dies betraf vorwiegend den durchaus kraftvollen Registerbestand und damit den Klang, dann die vernichteten pneumatischen Trakturen und den deshalb erneuerten elektrischen Spieltisch. 

In gemeinsamer Abstimmung mit einer aktiven Kirchengemeinde und den engagierten Sachverständigen des Erzbistums wie auch des Landesamtes für Denkmalpflege wurde ein Weg entwickelt, der das Instrument auf der einen Seite möglichst weit in seinen Originalzustand zurückführt (sprich alle vorhandenen Originalteile erhält oder wieder aktiviert), auf der anderen Seite vorhandene Freiräume für kreative Ergänzungen nutzt. Wir denken hierbei u. a. an die geglückte Rekonstruktion der Originaldisposition wie auch an die möglichen Ergänzungen im klanglichen Bereich durch ein sogenanntes Auxiliairewerk, daneben an die Akzeptanz der zurückliegend eingeführten elektrischen Traktur und die Neugestaltung des Spieltisches in Anlehnung an Strebel, aber auch (teilweise versteckt) mit vielen Funktionen versehen, die heute das Orgelspiel erleichtern.  

Zahlreiche Konzeptdetails waren durch die originale Bausubstanz vorgegeben, wie Gehäuse, alle Windladen, DFM-Balg, Teile des Pfeifenwerks; hier hatte sogar Strebel schon Pfeifen einer Wolf-Vorgängerorgel von 1898 integriert. Fehlende Bereiche wie der Spieltisch wurden in Anlehnung an andere Strebel-Orgeln rekonstruiert, die elektrifizierte Traktur wurde beibehalten, allerdings nach heutigen hochwertigen Standards erneuert. 

Ein vermuteter Planungsfehler, eine mangelnde Absprache oder eventuell auch nur unterschiedliche Ansichten zwischen dem damaligen Architekten und dem Orgelbauer führten dazu, dass wir problemlos eine Erweiterung mittels Auxiliaire durchführen konnten. Denn der von Strebel benötigte Platz für seine Orgel war nämlich deutlich kleiner, als das Gehäuse breit war! Somit ergab sich die Möglichkeit, die von der Gemeinde sehnlichst gewünschte Dispositionsveränderung und –Erweiterung hinter dem vorhandenen Prospekt ohne Eingriffe in Originalsubstanz durchführen zu können. Hier war ausreichend Freiraum vorhanden für C/Cis geteilte Ergänzungswindladen mit z. B. den bislang so sehr vermissten Zungenstimmen.

Bei allen Maßnahmen galt es, zum einen eine sehr strenge Rekonstruktion als ein Ziel durchzuführen, und dies mit der Schaffung eines gut nutzbaren Musikinstrumentes mit erweiterten Klangfarben und einer sicherlich interessanten Zukunft in Einklang zu bringen. So sind wir der Überzeugung, dass Ihre Orgel in den kommenden Jahrzehnten wieder eine besondere Wertschätzung erfahren wird.

Nach den zurückliegenden Jahren einer fruchtbaren Zusammenarbeit ist es uns ein großes Bedürfnis, allen Beteiligten an diesem Projekt zu danken. Einschließen möchten wir hier auch unsere Mitarbeiter, die bei Ihrem Projekt wie so oft einen außergewöhnlichen Einsatz gezeigt haben. So dürfen wir Ihnen das Instrument übergeben mit dem Wunsch der Erbauer, welcher auch in eine Taste eingraviert ist: S.D.G (Soli Deo Gloria) – Alleine Gott zur Ehre.

Auszug aus der Weihefestschrift

Rest-439-Vleugels-Orgelrestaurierung-Adelsdorf-St.Stephanus-Spieltischdetail
DISPOSITION, Adelsdorf, Kath. Pfarrkirche

I. Manual C-f’’’ mit ausgebauter Superoktavkoppel bis f’’’’

1. Bourdon 16’

2. Principal 8’

3. Viola di Gamba 8’

4. Doppelflöte 8’

5. Gedeckt 8‘

6. Octave 4’

7. Mixtur 3-4f. 2 2/3‘

II. Manual C-f’’’

8. Geigenprincipal 8‘

9. Salicional 8‘

10. Traversflöte 8‘

11. Flauto 4‘

12. Fugara 4‘

Pedal C-d’

13. Violon 16’

14. Subbass 16‘

15. Octavbass 8‘

Elektro. Auxiliare C-f’’’ zu allen Werken zuschaltbar

16. Trompete 8´

17. Posaune 16´

18. Oboe 8´

19. Basson 16´

20. Gemshorn 4´

21. Waldflöte 2´

22. Quinte 2 2/3´

23. Larigot 1 1/3´

24. Vox coelestis 8´

25. Mixtur (ohne Terz) 2 2/3´

Beibehaltung der Elektropneumatik mit neuer Elektrik, orig. Winddruck DFM 85 mm WS

3 Normalkoppeln, 2 Oktavkoppeln Super I (ausgebaut) und Sub II-I, Crescendowalze (2 f.)

Frei programmierbare Koppeln z. B. Sub II, Super II, Super II-I, Super II-Pedal

Espressivo Traktursystem und elektronischer Setzer im mobilen Spieltisch mit 2 dyn. Koppeln

4 feste Kombinationen: p, mf, f, ff (nur Strebel-Register) sowie Midi in/out